Wie aus einer Klassenidee ein preisgekröntes Verkehrsprojekt wurde

Von ersten Brainstormings bis zur Siegerehrung: Gemeinsam entwickelte unsere Klasse ein innovatives Verkehrssicherheitsprojekt, meisterte technische und organisatorische Herausforderungen und wurde dafür mit dem „Young Mobility Ambassador Award“ ausgezeichnet.

Als wir im November 2024 über den „Young Mobility Ambassador Award“ gelesen haben, war für uns als Klasse klar: Wir wollen mit dabei sein und unsere Ideen einbringen. Zusammen mit unserer Klassenvorständin und unserem SOPK-Lehrer begann die Diskussion, wie mehr Sicherheit im Straßenverkehr gewehrleistet werden kann. In kleinen Gruppen überlegten wir: Welche Gefahren treten für uns Schüler am Schulweg auf? Wodurch werden wir abgelenkt? Klar war, dass die Handynutzung für uns alle eine große Rolle im Straßenverkehr spielt und durch einen Verkehrsunfall vor unserer Schule wurde das Thema ernster. Wir einigten uns auf ein Projekt, um Zebrastreifen und Fußgängerübergänge sicherer zu machen und kamen auf unsere Idee des Ampelsystems.

Unser Projekt „Zebrastreifen als Projektionsfläche“ soll vorrangig bei Kreuzungen mit viel Verkehr verwendet werden. Durch einen zusätzlichen Ampelprojektor der direkt auf den Zebrastreifen gerichtet wird, wird bei roten Ampelphasen ein rotes, leuchtendes Stoppsymbol projiziert. Dadurch werden auch Personen die Richtung Boden auf ihr Handy sehen auf den Straßenverkehr aufmerksam.

Die Idee stand und nun ging es an die Umsetzung. Wir einigten uns auf eine Mischung aus Hardware und Software und arbeiteten eng mit den Werkstattlehrern der Schule zusammen. Zwischen Planung des 3D gedruckten Modells und Programmierung eines ESP32 wurden wir als Klasse vor mehrere Herausforderungen gestellt. Funktioniert die Elektronik mit den geplanten 3D Bauteilen? Hält unsere Klassengemeinschaft stand? Nach mehreren Versuchen, Umstrukturierungen und kleineren Konflikten konnten wir schlussendlich das Projekt fertig stellen und unser selbstentwickeltes Ampelsystem als 3D – Modell einreichen. Im Zuge dessen stießen wir auf neue Überlegungen. Um unser Projekt umweltfreundlich zu gestalten, kam uns der Gedanke, bei weiterer Ausführung die Elektronik in dem System mit Hilfe von Solarpanelen zu betreiben. Auch könnte eine ähnliche Entität beispielsweise in Fußgängerzonen als Projektionsmöglichkeit von Werbungen, oder News verwendet werden.

Durch die Arbeit an unserer Anlage wurden uns Jugendlichen die Gefahren des Straßenverkehrs bewusster. Wir begannen uns auf der Straße aufmerksamer zu verhalten. Sei es im Auto, als Fußgänger oder als Radfahrer, wir versuchten uns draußen von unserem Handy zu trennen, nahmen dadurch verschiedene Verkehrssituationen anders war und konnten diese besser einschätzen. 

Als uns die erfreuliche Nachricht des Sieges erreichte, konnten wir es zuerst gar nicht glauben. Wir hatten so viel Zeit und Arbeit investiert und waren sehr glücklich, dass sich die harte Arbeit auszahlte. Im Mai 2025 fuhren wir gemeinsam zur Siegerehrung und durften neben einer Führung durch die „Swarco Traffic World“ auch ein gratis Probetraining bei den Swarco – Raiders genießen. Mit dem Preisgeld finanzierten wir uns eine Klassenfahrt nach Straßburg, wo wir diverse Europäische Institutionen besuchten. 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass durch gemeinsame Arbeit sowie Brainstorming innerhalb einer Klasse eine großartige Idee mit einer guten Umsetzung gelingen kann. Egal ob Höhen oder Tiefen, funktionierende Bauteile oder Zeitprobleme, Glücksmomente oder Diskussionen - unsere Klassengemeinschaft wurde durch das kollektive Arbeiten gestärkt und wir freuen uns bereits auf das nächste Swarco Projekt, wo wir erneut unser Bestes geben werden.

Artikel geschrieben von: (vlnr.) Luca Loner, Laurenz Haselsberger, Jakob Haaser, Ellie Schuler (im Namen der 3AHEL, HTL Anichstraße, nach einer Idee von Ismail Torsaev)

Dieser Artikel erscheint unter Creative Commons, BY-NC-SA.

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